Hipster Paradise

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Beim Aufschlagen der kostenlosen Metro-Zeitung ist mir gestern ein Artikel besonders ins Auge gefallen: Der Blogger Adam Groffman, bekannt für seine Reisegeschichten, wurde nach den wichtigsten Hipster-Metropolen der Welt gefragt. Berlin landete auf Platz zwei (als „Europas coolste Stadt“), hinter Somerville in Massachusetts und vor Toronto und East London. Eine Gegend durfte er laut Vorgaben gar nicht erwähnen: Williamsburg.

Das Viertel in Brooklyn mit seinen Backsteinhäusern gilt in den USA als Inbegriff des Hipstertums. Hier laufen Männer mit Bärten sowie mit Sneekers ohne Socken herum, während Frauen auf Fahrrädern mit bunt umhäkelten Rahmen herumfahren. Jeder Anwohner sieht sich als Künstler, trägt eine Spiegelreflexkamera um den Hals, verkauft überdimensionale Papierblumen oder malt Muster auf sein T-Shirt. Es gibt auch eine rege Bar- und Musikszene, weshalb die Gegend  im nördlichen Teil von Brooklyn für viele Besucher aus Manhattan interessant ist. Zweimal wurde ich schon hierher mitgenommen – von zwei völlig verschiedenen Menschen. Die einzige Gemeinsamkeit: Sie mögen beide den Begriff „Hipster“ nicht.

Meine Bekannte Tiffany regt sich über den Trend ganz besonders auf. „Gemeinsam unterschiedlich sein“, so nennt sie es, wenn sie wieder einmal die ganzen Jutebeutelträger sieht. Dennoch mag sie Williamsburg, weil hier fast an jedem Tag Flohmärkte zu finden sind. Beckett wiederum ist beleidigt, wenn man ihn als Hipster bezeichnet. Dabei läuft er gerne durch die Second-Hand-Läden auf der Suche nach günstigen Mützen oder Hemden. Williamsburg war der erste Ort, an dem ich sogar einen „Thrift Trailer“ gesehen habe: einen Campingwagen, in dem man Vintage-Klamotten kaufen konnte.

Der Guardian hat vor kurzem einen sehr aufschlussreichen Artikel veröffentlicht: „Das Ende des Hipsters“ ist eine Analyse darüber, wie diese Bezeichnung ihren positiven Charakter verloren hat. Und warum Man Bags sowie Brillen mit schwarzem Rand nicht mehr in sind. Nur ist diese Nachricht noch nicht bis Williamsburg vorgedrungen.

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