Kaffee mit Gunther

Foto2pm

Wasserstoffblonde Haare, hohe Stirn, die Frisur zu einem Igelschnitt gestutzt. So kennt man James Michael Tyler. Es ist das Markenzeichen seiner Serienfigur Gunther, des wortkargen Ladenbesitzers von Central Perk in der Kult-Sitcom „Friends“. Vor 20 Jahren ging die erste Folge der Serie auf Sendung – und zu diesem Anlass hat sich Tyler seine Haare wieder färben lassen. Er wird nun häufiger in New York anzutreffen sein: Im neu eröffneten „Friends“-Café.

Bisher war das Café reine Fiktion. Die meisten Aufnahmen wurden in L.A. im Studio von Warner Bros. gedreht. „Friends“-Fans hatten es schwer, überhaupt Pilgerstätten in New York zu finden. Der Brunnen vom Anfangslied? Im Studio nachgebaut, ebenso wie das Central Perk und alle Wohnungen. Lediglich das Haus, in dem Monica, Rachel, Chandler und Joey lebten, steht wirklich in New York: im Viertel Greenwich Village. Ross‘ Apartment ist eine Straße weiter gelegen. Das Sechserpack hätte also gar nicht „ugly naked guy“ vom Balkon aus mit ihrer selbst gebastelten Stange anstupsen können.

Doch nun kommt für einen Monat ein wirklicher „Friends“-Schrein in die Stadt. Der Nachbau von Central Perk ist natürlich kommerziell. DVDs und Blurays sollen verkauft werden, außerdem die neue Kaffeesorte, die extra für das Jubiläum erfunden wurde. Und dennoch ist der Laden für jeden echten Fan ein Muss. Nicht nur wegen des orangefarbenen Sofas, auf dem man wie Monica und Co sitzen und über Gott und die Welt reden kann. Das Café ist mit Originalrequisiten vollgepackt. Es gibt von jedem der Darsteller eine typische Kleidung. Rachels grauer Rock oder Ross‘ rot-grün-karriertes Hemd (die Lederhose fehlt leider). Auch Pat the Dog, der weiße Keramikhund von Joey und Chandler, steht in einer Ecke.

Dazu kommt eben noch der Auftritt von Gunther. James Michael Tyler wird nicht die ganze Zeit hinter der Theke stehen, aber er hat versprochen, „regelmäßig auf einen Kaffee vorbeizuschauen“. Beim Pressegespräch erinnerte er sich daran, wie er an die Rolle gekommen war. „Ein Freund, der Regieassistent war, hat mir gesagt, ich solle mich als Statist bei einer neuen Serie melden. Die könnte sogar acht Folgen haben. Und man bekommt für seine Mühen ein Essen umsonst.“ Tyler ging hin und bekam die Rolle – allein durch seine Haare. Ein befreundeter Stylist hatte in der Nacht zuvor ein neues Produkt ausprobiert: Das Experiment lief schief. Doch gerade durch sein merkwürdiges Äußeres fiel der Darsteller auf und wurde als Cafébesitzer gecastet. Was ihm an der Show gefiel, war die gute Stimmung am Set, wie er sagte.

Anfangs stand er nur hinter der Theke und warf den Freunden wilde Blicke zu. Dann wurde seine Rolle ausgebaut. Der nicht ganz so heimliche Crush gegenüber Rachel etablierte sich zum Running Gag. „Ich werde Zeit meines Lebens ‚Gunther aus Friends‘ bleiben“, sagte Tyler. Aber damit könne er leben. Schließlich gäbe es schlimmere Rollen.

Das Café öffnet am Mittwoch seine Türen für einen Monat. Neben dem regulären Betrieb sollen Songwettbewerbe auf der Bühne stattfinden – die ganau so aussieht wie jene Plattform, von der aus Phoebe ihre Lieder trällerte. Bestimmt wird dann auch die eine oder andere Version von „Smelly Cat“ zu hören sein.

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