Straßenkunst mit Banksy & Co

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„New York ruft alle Graffitikünstler zu sich wie ein schmutziger alter Leuchtturm. Wir alle wollen uns hier beweisen.“ Der Spruch stammt von Banksy, dem wohl bekanntesten Street Artist der Welt. Vor fast einem Jahr, den gesamten Oktober 2013 über, war der Londoner hier im Big Apple und hat die Show „Better Out Than In“ organisiert. Jeden Tag tauchte an einer anderen Stelle in einem der fünf burroughs ein Werk von Banksy auf. An Häuserfassaden, auf Autos, selbst in Geschäften. Die Bilder und Statuen postete er auf Instagram mit einem kleinen Tipp, wo man die Kunstwerke finden konnte. Mittlerweile sind ja echte Banksy-Werke Kult. Ein Jugend-Club in Bristol hat die Tür, auf der sich der Künstler verewigte, ins Innere verfrachtet und verlangt Geldspenden, wenn man sie sehen möchte. Städte versuchen, seine Spraymotive hinter Glaswänden zu konservieren. Das liegt auch daran, dass in letzter Zeit Werke von Banksy bis zu 750 000 $ auf Auktionen einbrachten.

In New York hat die Konservierungsaktion nur teilweise geklappt. Das obere Foto zeigt den „Hammer Boy“ an der Ecke 79th Street und Broadway. Dieser besitzt einen Glasschutz. Die meisten von Banksys Arbeiten sind aber nach elf Monaten nicht mehr aufzufinden. Sie wurden übermalt, lackiert oder – wie im Fall des Liebhabers von „Waiting in Vain“ auf dem Tor vom „Hustler-Club“, durch ein neues Rolltor ersetzt. „Banksys schenkt seine Bilder der Gemeinde und diese entscheidet, was sie damit macht“, hatte eine belgische Touristin während der „Better Out than In“-Tour begeister festgestellt. Sie war damals extra in die Bronx gereist, in eine der gefährlichsten Gegenden, um das Banksy-Motiv „Ghetto 4 Life“ zu sehen. Heute ist es nicht mehr da – ich habe es selbst überprüft.

Häufig fielen Banksys Graffiti-Arbeiten anderen Sprayern zum Opfer. New York hat nunmal viele einheimische Künstler, die ihr Revier verteidigen. Wenn man durch die Stadt geht, erblickt man Gesichter, Comicfiguren oder Dinosaurier auf Hausfassaden. Und das Schöne: Man muss den Hals nicht so stark nach oben recken wie bei den ganzen Wolkenkratzern. Längst haben auch Firmen das Potential der Street Artists erkannt. Modegeschäfte wie Gap oder Desigual machen mit murals oder Graffitis auf sich aufmerksam. Je kunstaffiner das Viertel, desto häufiger findet man Wandmotive. Deshalb sind  das East Village sowie Bushwick und Wiliamsburg in Brooklyn echte Schatzinseln für Street-Art-Fans.

Im Internet gibt es einige Seiten, die die schrillsten oder interessantesten Motive zusammentragen – etwa Streetartnyc.org. Spezielle Führungen werden angeboten. Die Huffington Post hat eine Mappe erstellt, die zu allen wichtigen Orten mit Graffitis führt. Ob alle Bilder noch zu sehen sind, kann nur sagen, wer wirklich die Route abläuft. Schließlich verändert sich die Straßenkunst jeden Tag. Sie ist vergänglich – und das macht den Reiz für viele New Yorker aus.

 

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