Sonnenbaden auf Coney Island

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Wenn man durch Midtown Manhattan mit seinen Wolkenkratzern und kilometerlangen Avenues läuft, vergisst man sehr leicht, dass New York eine Stadt am Meer ist. Das liegt auch daran, dass Manhattan keinen eigenen Strand besitzt. Der südliche Zipfel des burroughs hat zwar mehrere Piers, von denen man mittels Fähren oder richtigen Schiffen in die naheliedende Umgebung fahren kann. Etwa nach Ellis Island.

Wer aber auf Sand und Sonnenbaden aus ist, der sollte am besten nach Coney Island im Südosten von Brooklyn reisen. Unterwegs bemerkt man wieder einmal, wie groß NYC eigentlich ist. Von meiner Wohnung in der Upper East Side bis zum Strand dauerte es eine Stunde mit der Metro. Und das mit dem Express Train. Die Fahrt lohnt sich allerdings – allein schon wegen des Freizeitparks.

Die Halbinsel Coney Island ist nämlich bekannt für ihre Fahrgeschäfte. Genau wie am Jersey Shore gibt es auch hier einen Boardwalk mit Achterbahnen und Riesenrad. Allerdings sind diese Attraktionen viel interessanter als etwa die Berg- und Talbahn in Seaside Heights, NJ. Das liegt auch daran, dass auf Coney Island der erste Freizeitpark der USA entstannt. Bereits 1895 öffneten die ersten Fahrgeschäfte ihre Pforten. Bis zum zweiten Weltkrieg wuchsen die Stände, sodass Coney Island der größte zusammenhängende Themenpark wurde – bis Disneyland ihm den Titel streitig machte. Einige Attraktionen haben es sogar zu großer Berühmtheit gebracht. Das Wonder Wheel etwa, das seit 1981 als eines der Wahrzeichen von NYC gilt. Die Gondeln des Riesenrads sind auf speziellen Gleisen befestigt, sodass man nicht nur hin- und herschwingt, sondern auch ein wenig nach vorne und zurück fährt – wie bei einer Achterbahn.

Von denen findet man auf Coney Island eine ganze Menge. Legendär sind der Thunderbolt mit seinen Schrauben und Loopings sowie der Cyclone. Eine Fahrt auf diesen Attraktionen kostet allerdings zehn Dollar, sodass man hier sehr schnell arm werden kann.

Bis zum Labor Day ist der Freizeitpark täglich geöffnet, danach nur noch an den Wochenenden. Weswegen es auch gut war, dass ich an einem Sonntag vorbeikam. Die zweite angenehme Überraschung: Man muss keinen Eintritt zahlen, um an den Strand zu gelangen (ich als gebranntes Kind gehe ja jetzt von dem Schlimmsten aus). Der Sand ist weich, das Wasser schon ziemlich kühl, aber zum Sonnen ist der Ort ideal. Erst am Nachmittag füllt sich der Coney Island Beach, sodass all diejenigen, die früh hierher reisen, das Meer fast für sich haben.

Geht man ein Stück weiter östlich, verschwindet der Boardwalk und man hat nur noch den Strand. Diese Gegend trägt den Namen Brighton Beach und fällt dadurch auf, dass hier viele Menschen Russisch sprechen. Die Gemeinde galt als Rückzugsort für all diejenigen, die aus der Sowjetunion geflohen waren. Deshalb ist sie heute eher unter dem Namen „Little Odessa“ bekannt. Hier, in den Hochhäusern, wohnen Russen und Ukrainer Zimmer an Zimmer. Und verfolgen gemeinsam die beunruhigenden Entwicklungen in Osteuropa.

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