Karibikfest am Labor Day

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Gestern begingen die US-Amerikaner ihren Tag der Arbeit. Anders als in Deutschland findet der Labor Day immer am ersten Montag im September statt. Es ist ein Nationalfeiertag, der an die Arbeiterbewegung erinnern soll und der vor allem im Kreis der Familie begangen wird. Man geht raus zum Barbecue, planscht noch einmal im Schwimmbad oder fährt hinaus ans Meer.

Für alle, die in New York geblieben waren, boten Museen spezielle Programme an. Der Central Park war zudem ein beliebter Anlaufpunkt: vor allem viele Pärchen hatten es sich mit Picknick-Körben auf den Wiesen bequem gemacht. Doch der größte Ansturm herrschte in Brooklyn an der Grand Army Plaza. Hier, in unmittelbarer Nähe zum John F. Kennedy Denkmal, endete nämlich der große Karibik-Umzug.

Die West Indian Day Parade gehört in New York zum Tag der Arbeit wie der Truthahn zu Thanksgiving. In den 1920er Jahren ins Leben gerufen, bietet sie eine Plattform für die vielen karibischen Einwohner, die in New York eine neue Heimat gefunden haben. Auch die Ehefrau vom amtierenden Bürgermeister Bill de Blasio besitzt karibische Wurzeln. Ihre Vorfahren kamen aus Barbados und St. Lucia. Da verwunderte es niemanden, dass die gesamte Familie de Blasio unter den Partygästen zu finden war.

Und davon gab es eine ganze Menge: Laut Medienberichten sollen erneut rund eine Million Besucher nach Brooklyn gekommen sein. Sie wollten miterleben, wie die Männer und Frauen aus der Karibik ihre Wurzeln feiern. Das ging am besten mit Musik: Salsalieder wechselten sich mit Zumbaklängen ab, Trommeln und Tröten waren zu hören. Viele Besucher kamen mit T-Shirts in ihrer Landesfarbe oder hatten sich die Flagge ins Gesicht gemalt. Noch farbenprächtiger waren die Kostüme der Umzugsteilnehmer: wie beim Karneval in Rio liefen Frauen in Federkronen und mit knappen Röcken oder Bikinis herum. Ihre männlichen Partner hatten goldene Umhänge sowie Kronen auf.

Entlang der Umzugsstraßen waren Verkaufsstände, an denen man Speisen aus Kuba, Jamaika oder der Dominikanischen Republik kaufen konnte. Wer noch mehr Geld ausgeben wollte, der hatte die Möglichkeit, sich mit Fahnen einzudecken. Nach fast sechs Stunden ging der Umzug zu Ende, der als größte Parade in New York City gilt. Und obwohl die meisten Bürger friedlich feierten, kam es wie in den Vorjahren auch diesmal zu einem tödlichen Zwischenfall: Ein Mann schoss wenige Stunden vor der Parade auf einige Besucher, die bereits am Straßenrand warteten. Vier Menschen wurden verletzt, ein weiterer erlag seiner Schusswunde. Eine traurige Nachricht an einem Tag, der eigentlich zum Feiern gedacht war.

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