Urlaub am MTV-Strand

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Gestern habe ich zum ersten Mal in diesem Jahr einen Tag an der US-Ostküste verbracht. Ich bin mit dem Auto zum Strandort Seaside Heigths gefahren. Das Städtchen in New Jersey ist eine Touristenhochburg, vor allem durch seinen amusement boardwalk. Der drei Kilometer lange Holzsteg entlang des Sandstrandes wartet mit Bars, Clubs und Fast-Food-Ständen auf. Es gibt zwei piers, auf denen Berg- und Talbahnen sowie Kettenkarussells aufgebaut wurden.

Wer sich abkühlen möchte, der steigt einfach die Treppen runter zum Strand. Allerdings muss man hierfür einen Eintrittspreis von sechs Dollar zahlen. Leider wurde mir das erst klar, nachdem ich mein Auto auf einen Privatparkplatz abgestellt und den Tagessatz gezahlt hatte. Da nutzte also kein Aufregen mehr, ich musste in meine Brieftasche greifen. Der Strand selbst entpuppte sich als schön mit weichem Sand und großen Wellen. Im Vergleich zu den Südstaaten war das Wasser um einige Grad kühler, dafür aber auch klarer.

Allgemeine Bekanntheit hat Seaside Heigths durch eine MTV-Serie erlangt. 2009 wurde hier die erste Staffel von „Jersey Shore“ abgedreht. Die Scripted-Reality-Show verfolgt den Urlaub von acht jungen US-Amerikanern, die gemeinsam an den Strand fahren. Die meiste Zeit über verbringen sie in den Clubs und Bars von Seaside Heights, wo sich auch ihr Ferienhaus befindet. Wie so viele andere Serien, die das reale Leben darstellen wollen, ist auch Jersey Shore von eher primitiver Qualität – sowohl was die Machart als auch die Protagonisten anbelangt. Dennoch gelten letztere in den Staaten als C-Promis und jeder ihrer Schritte an Drehtagen in Seaside Heights wurde interessiert verfolgt, wie das YouTube-Video zeigt.

Weil ein Großteil der eher gering intelligenten Serienstars italienischer Abstammung ist, hat die italo-amerikanische Gemeinde gegen „Jersey Shore“ protestiert. Nachdem die Mafiaserie „Die Sopranos“ alle Italiener in den USA bereits als Gangster diffamiert hatte, wollte die Gruppe nicht, dass Italiener nun als Dumpfbacken dastehen. Der Protest hat wenig geholfen:“Jersey Shore“ wurde auf sechs Staffeln bis ins Jahr 2012 verlängert und hat auch Ableger in anderen Ländern erfahren, so in Großbritannien („Geordie Shore“), Spanien („Gandía Shore“) oder in Polen („Warsaw Shore“).

Für Seaside Heights war die Serie natürlich eine gute PR-Kampagne. Auf dem Pier findet man T-Shirts oder Kopfkissen mit der Aufschrift „I heart Jersey Shore“ finden. Wie es mir gelingen konnte, dem Kauf eines solch wertvollen Souvenirs zu widerstehen, bleibt mir ein Rätsel.

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