Washingtons Elite-Schmiede

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Letzten Samstag begann an den ersten Universitäten im Land die Freshman Week. Alle übrigen Hochschulen werden in den kommenden Tagen nachrücken und ihre eigene Orientierungswoche für Erstsemester anbieten. Es ist die Zeit, in der man in Kleidungsläden vermehrt junge Menschen sieht, die sich mit Sakkos, Hemden oder Hosenanzügen eindecken. Viele Geschäfte bieten dafür spezielle Deals für Studenten an. Auch hier in DC, wohin ich für zwei Tage zurückgekehrt bin.

Da man durch Werbeplakate und bei Gesprächen auf der Straße immer wieder an den Semsterbeginn erinnnert wird, habe ich meinen Mitbewohner Sean überredet, mir seinen Campus zu zeigen. Sean kommt eigentlich aus Washington State, studiert aber Jura hier an der Georgetown University. Die Jesuiten-Uni liegt ihrem Namen entsprechend direkt in dem schicken Washingtoner Viertel Georgetown und gilt als eine der Elite-Universitäten in den USA. Zwar zählt sie nicht zu den prestigeträchtigen acht Ivy-League-Hochschulen, rangiert bei Umfragen dennoch auf den vorderen Plätzen von über 7000 Colleges – vor allem in den Fächern Jura, Politik und BWL. Berühmte Absolventen waren Bill Clinton, Madelaine Albright, Filipe von Spanien, José Manuel Barroso oder… Bradley Cooper.

Sean hat ein Vollstipendium für sein Studium erhalten. Das bedeutet, dass er keine tuition zahlen muss, die im vergangenen Jahr bei 44800 $ lag.Wie jeder weiß, sind die Studienpreise in den Vereinigten Staaten exorbitant. Hinzu kommen Übernachtungskosten in den dorms, die für die meisten Uni-Anfänger verpflichtend sind. Eltern legen für ihre Kinder deshalb gleich nach der Geburt ein Konto an, damit sie sie später aufs College schicken können. Für ärmere Familien gibt es Hilfsprogramme. Außerdem erhalten Bewerber, die aus dem gleichen US-Staat kommen, in dem die Universität gelegen ist, Sonderkonditionen – ebenso wie Geschwisterkinder.

Wofür das Geld ausgegeben wird, bleibt jeder Hochschule selbst überlassen. Einiges geht für die Instandhaltung der Gebäude drauf sowie für die zusätzlichen Sport- und Freizeitangebote. Georgetown University hat wie so viele Hochschulen hier im Land ein eigenes Football-Stadium, in dem die Hoyas spielen. Laut Sean sei die Mannschaft jedoch nicht besonders stark, weswegen die Identifikation weit weniger ausgeprägt ist als an anderen Colleges. Viel imposanter sind die Gebäude: Jede Hall ist einem anderen Studienzweig gewidmet. Dazu gibt es eine Kapelle – Georgetown gilt als älteste katholische Hochschule der USA – und einen schönen Park. Der Campus liegt auf einem Hügel, von dem aus man einen guten Blick auf den Potomac River ergattern kann. Durch seine Nähe zum Kapitol und zum Weißen Haus bietet es zudem viele Vorlesungen und Diskussionsrunden mit wichtigen Politikern an. Ablenkung gäbe es hier also genug.

Sean vor dem Hoyas Football Stadium

Sean vor dem Hoyas Football Stadium

Allerdings weniger für Sean: Die Law School ist etwas außerhalb gelegen, in unmittelbarer Nähe zu Chinatown. So könne man sich besser auf das Studium konzentrieren. 

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