American House Party

DSC_0198pm

Time flies. Zwei Monate sind bereits vergangen, seitdem ich mit Koffer und Reisetasche vom Frankfurter Flughafen aus Richtung USA aufgebrochen bin. Das bedeutet für mich jetzt nicht nur Halbzeit, sondern auch Abschied nehmen vom Deutsche-Welle-Büro. Es waren tolle Wochen, in denen ich viel reisen durfte, interessante Menschen traf und versucht habe, die Vereinigten Staaten zumindest ein bisschen besser zu verstehen. Mein allerneuester Beitrag wurde übrigens heute veröffentlicht: ein Vorbericht zum großen US-Afrika-Gipfel in DC.

Heute werde ich erneut in einen Flieger steigen. Es geht nach Louisiana, Urlaub machen im Süden der USA. Bevor ich überhaupt dazu kam, meine Sachen für die Reise zu packen, hatten sich meine Mitbewohner allerdings noch eine schöne Idee zum Abschied einfallen lassen. Sie organisierten eine amerikanische Hausparty, so wie man sie von Kinofilmen her kennt: laute Musik, viel Alkohol, Grillen auf der Terrasse und natürlich Trinkspiele im Wohnzimmer inklusive. Eingeladen wurde auf Facebook in einer offenen Gruppe – zum Schluss waren mehr als 40 Besucher da.

Hauspartys in Amerika laufen für gewöhnlich nach dem BYOB-Prinzip: Bring your own booze. Jeder versorgt sich mit den nötigen Getränken. Das Essen wurde von uns gesponsert, ebenso wie der Punsch, der hier „Jungle Juice“ genannt wird. Ein großes Lob gebührt dabei unserem Hauptplaner Jeff, der sich als genialer Getränke-Mischer profilieren konnte. Mithilfe von Saft und frischen Früchten wie Erdbeeren, Orangen und Zitronen gelang es ihm, den Hochprozentigen (Wodka und Everlast) geschmacklich zu überdecken.

Zum Essen gab es traditionell Burger. Wobei ich als Deutscher ziemlich viel Geduld aufbringen musste, bevor endlich der Grill angemacht wurde. Das liegt am merkwürdigen Zeitverständnis der Amerikaner. Unsere Hausparty sollte um 6 pm beginnen. Also war ich Punkt 18 Uhr unten – und blickte auf eine gähnende Leere. Wie ich lernen musste, kann man bei US-amerikanischen Feiern locker mindestens eine Stunde zur eigentlichen Uhrzeit dazurechnen. Die ersten Besucher kamen denn auch um 19 Uhr. Bis dahin hatten es auch meine Mitbewohner geschafft, aus ihren Zimmern auf die Terrasse zu kommen und den Grill herauszuholen.

Wie es sich für eine US-Hausparty gehört, begann die Feier also mit einem BBQ und verlagerte sich im Laufe des Abends immer mehr nach drinnen. Getränke gab es in der Küche, während der Wohnzimmertisch zum Trinkspiel-Zentrum erklärt wurde. Besonders beliebt war dabei Beer Pong, bei dem man einen Tischtennisball in mit Bier gefüllte Pappbecher werfen musste.

Im Großen und Ganzen erfüllte die Feier also viele Klischees, die ich von TV-Serien oder Highschool-Filmen her kannte. Bis auf die Ausnahme, dass bei uns kein Polizist plötzlich vor der Tür stand, um für Ruhe zu sorgen. Was sich bei genauerer Überlegung sogar als sehr gut erwies, weil einige unserer Besucher nach amerikanischem Recht nicht volljährig waren. Zwar hatten sie brav nichtalkoholische Getränke konsumiert, aber für einen Polizisten hätte es gereicht, nur einen der U21-Jährigen zu sehen, um das Haus zu betreten und alle nach ihrem Ausweis zu fragen. So blieb uns dieser Ärger erspart.

Advertisements

Ein Gedanke zu “American House Party

  1. Great account of the night! I love your description of how long it took to start the grill and cooking. You will see that many Americans actually start cooking when they say they will, but in our case I think we were just being a bit lazy (I was), and not a lot of people showed up yet to eat. You are right though, the „start“ of a party might be 6, but most people won’t show up until a few hours after that declared start, mostly because nobody wants to show up to a party that is just starting up, when there isn’t a lot of people yet, no one is drunk yet, etc.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s