Falscher Alarm

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Als ich gestern von der Arbeit in Richtung Metrostation lief, fand ich mich plötzlich inmitten einer Menschenmenge wieder. Männer in Anzügen, junge Frauen in Sommerkleid, Touristen mit Koffern oder Kameras in der Hand – sie alle standen vor einem gelben Polizei-Absperrband. Die 18th Street war geschlossen worden. Schnell verbreitete sich die Nachricht, dass es sich um einen Bombenalarm handelte. Ein Passant hatte ein Päckchen bei einem Müllcontainer gefunden.

Interessant zu beobachten war dabei nicht nur die Routine der Polizeibeamten, die innerhalb kürzester Zeit mehrere Sicherheitszonen um den Bereich erbaut hatten, sondern auch die Lässigkeit der DC-Bewohner. „Das ist für mich schon die zweite Straßensperrung heute“, sagte mir eine ältere Afroamerikanerin, die von ihrem Fahrrad gestiegen war und für kurze Zeit das Treiben der Beamten verfolgte. Eine junge Washingtonerin in Designerkleid meinte in beiläufigem Ton: „Solche Sperrungen passieren häufig in der Innenstadt. Wir sind so nahe am Weißen Haus, dass die Polizei besonders vorsichtig ist.“

Wie lange der Einsatz genau dauerte, kann ich nicht sagen. Nach fünf Minuten folgte auch ich den erfahrenen Anwohnern einmal um den Block herum zum anderen Metroeingang. Der falsche Alarm wurde nirgendwo in den Medien erwähnt. Ein Zeichen dafür, dass solche Vorfälle wirklich öfter in DC vorkommen. Im März dieses Jahre hatte man zum Beispiel die Eliteuniversität Georgetown weiträumig abgesperrt, nachdem die Unibuchhandlung eine Drohung per Telefon erhalten hatte, dass eine Bombe im Laden zurückgelassen worden war.

Glücklicherweise wurde kein Sprengstoff gefunden.

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