Ein Garten der Erinnerung

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Wie lange braucht eine Nation, um zu heilen? Fast 13 Jahre sind seit dem Anschlag auf das World Trade Center vergangen und noch immer scheint sich das Land nicht von diesem Terrorakt erholt zu haben. Egal mit wem man in den USA spricht, jeder kann sich genau daran erinnern, wo er am 11. September 2001 war. Ausführlich darüber reden wollen aber die wenigsten: 9/11 gilt als Tag der Schmach, an dem die Vereinigten Staaten gelernt hatten, wie verwundbar sie sind.

Die politische Instrumentalisierung des Angriffs ist bis heute spürbar – etwa wenn die USA nach dem Spionage-Skandal mit Deutschland erklären, sie würden aus nationalen Sicherheitsgründen ihre Freunde belauschen.

Daneben gibt es aber auch die kulturelle Aufarbeitung. Gerade erst im Mai dieses Jahres hat das 9/11-Museum in Manhattan seine Tore geöffnet. Auch in DC sind dem Anschlag zahlreiche Ausstellungen gewidmet, etwa im National Museum of American History oder dem Newseum. Darüber hinaus gibt es hier in Washington ein Denkmal, das zu den ältesten 9/11-Memorials des Landes gehört. Es steht am Pentagon, dem zweiten Anschlagsort neben dem World Trade Center.

Hier am Sitz des US-amerikanischen Verteidigungsministeriums stürzte um 9:37 Uhr des Angriffstages eine Boeing 757 ins Gebäude. Zu dieser Zeit brannten bereits die Türme in New York. 64 Passagiere waren an Bord der Maschine, die vom Flughafen Dulles vor den Toren Washingtons aus nach Los Angeles fliegen sollte. Sie alle kamen beim Aufprall ums Leben – ebenso wie 125 Menschen im Gebäude selbst.

Diesen Bürgern ist das Pentagon Memorial gewidmet: Ein kleiner Park direkt vor der Einschlag-Stelle, der mit Ahorn-Bäumen und 184 marmornen Bänken versehen ist. Jede Bank steht für ein Opfer (die fünf Täter haben natürlich keine Bank erhalten) und besitzt die geschwungene Form eines Heckflügels. Sie sind nach Alter angeordnet: Die erste Bank wurde dem jüngsten Opfer Dana Falkenberg gewidmet (3 Jahre alt), die hinterste trägt den Namen von John Yamnicky Sr. (71 Jahre alt). All diejenigen Menschen, die im Flugzeug saßen, haben ihren Namen so eingraviert, dass man in Himmelsrichtung schaut, um ihn zu lesen. Die Bänke der Pentagon-Mitarbeiter sind seitenverkehrt aufgestellt; man blickt also auf das Gebäude, wenn man die Namensschilder lesen möchte.

Gerade im Vergleich zu den Denkmälern an der Mall wirkt das Pentagon Memorial eher schlicht. Doch diese Einfachheit ist es, die den Park so beeindruckend erscheinen lässt. Und die dafür sorgt, dass täglich Besucher hierher kommen.

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