Wo Träume fliegen lernen

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Die Geschichte Amerikas und die großen Erfindungen der Luftfahrt sind eng miteinander verwoben. Viele Pioniere auf dem Gebiet des bemannten Fluges stammen aus den Vereinigten Staaten. Man denke etwa an die Brüder Wilbur und Orville Wright, denen 1903 an den Stränden von Kitty Hawk in North Carolina der erste Flug der Menschheitsgeschichte gelang. Oder an Charles Lindbergh aus Detroit, der als erster Mensch den Atlantik überflog. An Amelia Earhart, die erste Transatlantik-Pilotin der Welt. Sie kam aus Kansas.

Diesen Pionieren wird in DC besonders gedacht: im Smithsonian National Air and Space Museum an der Mall. Wie bei den meisten Sammlungen in Washington ist auch hier der Eintritt frei. Und auch bei diesem Museum beschleicht einen das Gefühl, dass die Amerikaner nicht genau wissen, wie sie ihre Schätze präsentieren sollen.

Die Exponate sind nämlich größtenteils sehenswert: Die Vega-Maschine, in der Earhart den Atlantik überflog (Foto); die Apollo-Kapsel, in der der erste Astronaut der Welt wieder auf der Erde landete; ein Stück Mondgestein zum Anfassen. Aber die Gegenstände allein machen noch kein gutes Museum aus. Es fehlt der Kurator, der sie zusammenstellt und damit eine Geschichte erzählt.

In DC ist es eher eine Aneinanderreihung von Objekten, mal imposant auf ein Podest gestellt, mal unscheinbar dazugelegt. Der Besucher selbst muss sich durch Schautafeln lesen, um zu verstehen, was an dem Motor oder an der Rakete jetzt so besonders ist. Die Räume sind dabei ebenso willkürlich arrangiert wie die Gegenstände im Inneren. Der Saal der Apollo-Missionen ist neben dem Zimmer der Brüder Wright mit ihrem ersten bemannten Flugzeug zu finden. Hinter dem Wright-Zimmer werden die Planeten erklärt, bevor man zum Raum kommt, der sich den Flughelden des ersten Weltkriegs widmet. Wer darin eine Logik erkennt, möge sie mir bitte erklären.

Am Abend unterhielt ich mich mit meinen Mitbewohnern über diese recht merkwürdige Ausstellungsform. Sie erklärten mir, dass DC dafür bekannt ist, „die am schlechtesten kuratierten Museen der Vereinigten Staaten zu besitzen.“ Wirklich Sorgen machen muss sich die US-Hauptstadt aber nicht. Laut „Washington Post“ kommen alleine ins Air and Space Museum jedes Jahr mehr als 9 Millionen Besucher.

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Ein Gedanke zu “Wo Träume fliegen lernen

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