Rush Hour Time

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Für eine Hauptstadt hat Washington erstaunlich wenig Einwohner. Laut neuesten Volkszählungen leben rund 600 000 Menschen in DC. Dabei muss man bedenken, dass nicht alle, die hier arbeiten, auch hier wohnen: die Metropolregion wird auf 5,8 Millionen Menschen geschätzt. Das bedeutet, dass zu Stoßzeiten viele Pendler unterwegs sind.

Am besten kommt man durch die Stadt mit der Metro. Es gibt fünf Linien; eine weitere, die Silver Line, ist gerade im Entstehen. Ich persönlich hatte Glück bei der Wohnungswahl: mit der Red Line brauche ich von meinem Haus bis zur Arbeit nicht einmal 25 Minuten. Doch was tun, wenn die Bahn ausfällt? Oder wenn man nachts unterwegs ist (an Werktagen fahren die letzten Bahnen um Mitternacht, am Wochenende um 3 Uhr)?

Früher hat man sich an den Straßenrand gestellt und ein Taxi gerufen. Die meisten Wagen sind in DC nicht gelb (wie man es aus US-Filmen kennt), sondern rot-silber. Doch die Preise fallen happig aus und die Fahrer scheinen nicht immer auf der Höhe, was ihre Orientierung anbelangt. Noch komplizierter wird es, wenn sie raus aus DC müssen – und somit eine Staatsgrenze überqueren. Dann wechselt der Steuerkurs, nicht alle Taxifahrer machen da mit.

Eine Alternative bietet Uber. Die App wurde 2009 entwickelt und vermittelte anfangs Limousinen-Fahrten. Heute sind es meistens private Autofahrer, die sich als Chauffeure zur Verfügung stellen. Jeder von ihnen muss ein Profil anlegen und wird bewertet. Außerdem zeigt die App die Wartezeit an, bis der Wagen vorfährt (in DC nie länger als fünf Minuten). Die Preise werden nach Angebot und Nachfrage direkt von der App berechnet und vom Konto abgebucht. Das bedeutet: keine Trinkgelder berechnen und meistens auch weniger zahlen.

Meine Erfahrungen mit Uber waren bisher nur positiv. Als ich z.B. nach Chester reiste, um die nigerianische Fußballmannschaft zu filmen, hatte ich den direkten Vergleich. Auf dem Hinweg brachte uns ein Taxi zum Stadion und wir mussten fast 80 $ zahlen. Auf dem Rückweg nahm uns der Uber-Fahrer Jean-Michel aus Haiti mit. Die Fahrt war wesentlich schneller und kostete uns nur 38 $.

Seit einiger Zeit wird Uber auch in Europa angeboten. Vor kurzem streikten Taxigewerkschaften in Großstädten wie London, Paris und Berlin. Ihre Forderungen, die ungerechte Konkurrenz zu verbieten, wurden von der EU-Kommission zurückgewiesen. Einziges Ergebnis: Nun kennen noch mehr Leute Uber. Die Entwickler kann das nur freuen: aktuell wird der Wert des Unternehmens auf 17 Milliarden $ geschätzt.

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